Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich

Bergfeuer Ehrwald

Antragsteller: Karlheinz Somweber, Erich Steiner, Martin Senftlechner, Gebhard Schatz, Ehrwald e.V
Bundesland: Tirol
Bereich: Gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste
Aufnahmejahr: 2010

Jährlich zur Sommersonnwende am 21. Juni leuchten im Ehrwalder Talkessel die Bergfeuer. Die aufwändige Vorbereitung liegt in den Händen mehrerer Gruppen, von denen jede ein eigenes Motiv wählt, das maßstabsgerecht gezeichnet, entsprechend der Geländeneigung gestreckt und mit Brennmaterial gelegt wird. Über diese Motive, die stets Aktualität besitzen, herrscht bis 21. Juni vollständiges Stillschweigen.

Die Geschichte der Ehrwalder Bergfeuer lässt sich bis Anfang des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Während der Tiroler Freiheitsbewegung wurde mit der Errichtung von sogenannten Kreidefeuern an weithin sichtbaren Plätzen vor dem herannahenden Feind gewarnt. Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1940er Jahre wurden die Sonnwendfeuer zum germanischen Kulturgut hochstilisiert. Um 1950 war die Unabhängigkeit Südtirols Thema der Bergfeuerzeichen. Die Ehrwalder Bergfeuer gehen in der jetzigen Tradition auf das Jahr 1948 zurück, als anlässlich der Glockenweihe in Ehrwald erstmals nach dem Krieg wieder Feuerzeichen leuchteten.

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